Sonntag vor der Fastenzeit 27.02.2022 von G. Heyn

Die Predigt      :
Der Gottesdienst :

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Predigt über Matthäus 24,3-14
Als Jesus auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn es muss geschehen. Aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis überantworten und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele zu Fall kommen und werden sich untereinander verraten und sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Missachtung des Gesetzes überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

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Liebe Gemeinde,
wir stehen alle unter dem Eindruck des Krieges, den ein von einem früheren deutschen Bundeskanzler sogenannter „lupenreiner Demokrat“ vom Zaun gebrochen hat. Der erstere ist ein politischer Abenteurer und Hasardeur, der sich völlig unmöglich gemacht hat, der letztere hat endlich die Maske fallenlassen und seine teuflische Fratze gezeigt, die die eines Diktators und Verbrechers ist.
Und wir? Wir sind entsetzt und erschrocken, haben Angst und bangen plötzlich um unsere Zukunft. Alle anderen Kriege seit 1945 waren mehr oder weniger weit weg und haben uns nicht erschüttert. Aber diesmal ist es anders.
Mir fällt es schwer, meine Emotionen unter Kontrolle zu kriegen. Und wahrscheinlich geht es den meisten von euch auch so. Man möchte seinem Entsetzen, der Wut und der Trauer Luft machen. So viele verschiedene Gefühle drängen sich in unseren Herzen und Köpfen. Plötzlich liegt eine Angst in der Luft, die wir als überwunden glaubten oder so gar nicht kennen. Es gibt viel Redebedarf, um beim Reden über das Unfassbare vielleicht ein bisschen Beruhigung zu finden.
Aber um dies Eine hier gleich ganz klar zu sagen: Ich halte keine Politrede mit markigen Worten, sondern es sind mir die Worte unseres Herrn in den Sinn gekommen, der genau dies seinen Jüngern angekündigt hat: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn es muss geschehen.“
Ich will in zwei kurzen Predigtabschnitte dazu ein paar Gedanken äußern:

1) Unser Predigttext ist ein Ausschnitt aus der Rede Jesu über die Endzeit. Diese Rede ist noch etliche Verse länger und konfrontiert die Jünger mit weiteren erschreckenden Aussagen im Blick auf das Ende der Welt. Was die Jünger dem Herrn darauf geantwortet haben, und wie sie damit umgegangen sind, wird nicht berichtet. Das ist ja vielleicht auch unerheblich. Wirklich wichtig ist, was wir aus den Worten unseres Herrn hören und verstehen.
Und das ist eigentlich sehr klar und deutlich: Es ist dieser Imperativ, diese Aufforderung, die im ersten Drittel unseres kleinen Abschnitts steht: „Seht zu und erschreckt nicht.“ Das ist die zentrale Aussage inmitten der erschreckenden Ankündigungen!
Jesus setzt unserem Erschrecken seine Aufforderung entgegen. Er weiß, dass wir erschrecken angesichts von Kriegen und Kriegsgeschrei. Er weiß, dass wir Angst haben. Er weiß, dass wir hilflos sind angesichts der Gewalt des Krieges.
Und genau deshalb macht er uns diese klare Ansage! Er macht es nicht wie die Fernsehleute, die in endlosen Talkrunden mit echten und selbsternannten Experten die Lage erörtern und viele sinnlose Worte darüber verlieren, was wäre wenn und hätte, könnte, sollte und müsste. Das macht unser Erschrecken nicht kleiner und hilft uns nicht, die Angst zu bekämpfen.
Jesus setzt unserer Angst seine schlichte Aufforderung entgegen: „Seht zu und erschreckt nicht!“
Man könnte seinen Satz aus dem Johannesevangelium anschließen: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden.“
Wir können unsere Angst, unser Erschrecken nicht wegreden, nicht kleinkriegen oder bezwingen. Das kann nur ER. Und das tut nur ER.
„Seht zu!“ „Steht fest!“ „Erschreckt nicht!“ „Vertraut auf Gott!“ „Glaubt an den Herrn Jesus!“
Das soll keine Vertröstung sein. Sondern es nimmt ernst, was in dieser Welt alles Schlimmes passiert, und was so sehr zum Erschrecken ist. Aber Jesus sagt ganz klar: „Das alles muss so geschehen.“ Wir sind in einem Prozess, an dessen Ende die Welt untergehen wird. Und das ist zutiefst beängstigend!
Jesus nennt den Grund dafür, aber zeigt auch den rettenden Ausweg.

2) Und das soll der zweite kurze Predigtabschnitt sein.
Der Grund dafür, dass unsere Welt zerstört werden wird, ist die Ungerechtigkeit der Menschen, die überhandnehmen wird. Mit anderen Worten ist es das, dass die Menschen sich immer weniger um Gott kümmern, nicht mehr nach seinen Geboten leben, nicht an ihn glauben, von ihm abfallen, nicht mehr mit ihm rechnen und ihm gleichgültig gegenüber sind. Stattdessen wollen sie selber sein wie Gott und über Tod und Leben entscheiden.
Gott erträgt die Sünde seiner Geschöpfe irgendwann nicht mehr und wird deshalb seine Schöpfung vernichten. Er ist es, der die Welt vernichten wird, nicht wir Menschen. Auch das geht klar aus seinem heiligen Wort hervor.
Der einzige Ausweg aus diesem Schreckensszenario liegt in dem Satz, der ziemlich am Ende unseres Predigttextes steht: „Wer beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.“
Das heißt nichts anderes als das: Wer am Glauben an den dreieinigen Gott festhält, wer sein Vertrauen auf Jesus Christus setzt, der für uns und unsere Sünden und zu unserer Rettung vor dem Untergang am Kreuz gestorben ist, wer an den Herrn Jesus Christus glaubt, der den Tod besiegt hat und zum neuen Leben auferstanden ist, wer an den glaubt, wer auf diesem Glauben beharrt, der wird gerettet werden.
Das ist die Aufgabe, die wir haben: im Glauben festbleiben und uns nicht erschrecken lassen von den Kriegen auf dieser untergehenden Welt. Wer bei Jesus bleibt, der wird gerettet werden!

Liebe Gemeinde, lasst uns im Glauben bleiben und an unserem Herrn festhalten, und jetzt das tun, was er uns geboten und aufgetragen hat: für das Evangelium des Friedens eintreten, uns den Hilfsbedürftigen zuwenden und für unsere Feinde beten.
Und dann wird das Ende kommen – ein Ende, das wir nicht zu fürchten brauchen.
Amen.