Invokavit_10.03.2019 G. Heyn (Beichte)

Die Predigt     :
Der Gottesdienst:

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Predigt über Mt 4,7
Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«

Liebe Beichtgemeinde,
dieser Satz aus dem Matthäusevangelium stammt aus der Versuchungsgeschichte Jesu. Jesus spricht diesen Satz zum Teufel, nachdem der ihn zum zweiten Mal versucht hat. Jesus antwortet dem Versucher mit einem Zitat aus der heiligen Schrift.
Drei kurze Gedanken verbinden sich mit diesem Satz, die uns in die Beichte führen sollen:

1) Jesus zitiert hier einen Satz aus dem Alten Testament, genauer gesagt aus dem 5. Buch Mose. Dort steht er im Zusammenhang mit der Wiederholung der 10 Gebote, im Zusammenhang mit dem wichtigsten Gebet der Juden, dem „Höre, Israel“ und in Zusammenhang mit Regeln für das Leben im Gelobten Land, in das das Volk Israel nach seiner Flucht aus Ägypten einziehen soll.
Das heißt, dieser Satz ist nicht zu einem Einzelnen gesprochen, sondern zum ganzen Volk. Er gilt allen: „Ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht versuchen“. Deshalb können wir davon ausgehen, dass er auch für uns Geltung hat.

2) Der zweite Gedanke: Den Herrn nicht versuchen! Was heißt das? Die Antwort ist nicht ganz leicht. Es geht sicher in zwei Richtungen: Gott ist kein religiöser Automat, den man mal eben so ausprobieren kann: „Mal sehen, ob er funktioniert!? Wenn ich zwei Euro reinstecke, dann müsste doch das gewünschte Produkt unten herauskommen!?“ Gott versuchen im Sinne von Ausprobieren – das sollen wir nicht, denn das funktioniert nicht. Das lässt Gott nicht mit sich machen.
Das viel Wichtigere ist aber sicher die Einstellung, die Herzenshaltung, mit der wir Gott gegenübertreten. Die grundsätzliche und misstrauische Frage, die uns Menschen seit Adam und Eva anhaftet: „Sollte Gott gesagt haben? Hat Gott das so gemeint? Wie kann Gott das zulassen? Kann man das heute noch so sagen?“ und ähnliche Formulierungen, die beleidigen den heiligen Gott. Die ärgern ihn, die machen ihn traurig. Das will er nicht von uns!

3) Und ein Drittes: Der Satz, den Jesus zitiert, geht im alttestamentlichen Original noch weiter: „Ihr sollt den Herrn, euren Gott nicht versuchen, sondern sollt halten die Gebote des Herrn, eures Gottes.“ Das ist Gottes Wille für uns: Wir sollen seine Gebote halten! Denn es sind gute Gebote, die unser Leben ermöglichen und unser Zusammenleben regeln.
Und das ist die wirksame Waffe gegen den Versucher und seine ständigen Versuche, uns von Gott und vom Glauben abzubringen: ihm das Wort Gottes entgegenzuhalten und uns an das Wort Gottes zu halten.

Lasst uns daraufhin uns selbst prüfen und Gott bekennen, wo wir seinen Willen missachtet haben!
Amen.