3. Advent 16.12.2018 Beichtansprache von G. Heyn

Die Predigt zum Mithören nach Manuskript :

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Hört ein Wort aus dem Evangelium dieses Sonntags bei Matthäus im 11. Kapitel:
Jesus sprach: „Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“

Liebe Beichtgemeinde,
beinahe könnte man denken, dass dieser Satz unseres Herrn noch zu den Seligpreisungen in der Bergpredigt gehört, weil er ganz ähnlich formuliert ist. Und vielleicht könnte man ihn auch dazu rechnen.
Aber der Zusammenhang ist hier ein anderer. Johannes der Täufer, der im Gefängnis sitzt, gerät in schwere Zweifel. Daraufhin lässt Jesus ihm eine Antwort ausrichten, zu der auch dieser Satz gehört: „Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“
Daraus lassen sich drei Dinge ableiten, die ich hier kurz ansprechen will:

Erstens: Jesus Christus ist ein Stein des Anstoßes, ein Ärgernis. Er passt sich nicht unseren Vorstellungen an. Er tanzt nicht nach unserer Pfeife. Er steht quer zu unserer wohleingerichteten Lebenswelt.
Man kann sich über ihn ärgern. Und man wird sich sogar über ihn ärgern. Allerdings ist das bereits angekündigt: Der greise Simeon prophezeit es über das neugeborene Jesuskind, als Maria und Joseph mit ihm in den Tempel kommen.

Das Zweite, was sich hier ableiten lässt: Es kann auch sehr frommen Menschen passieren, dass sie sich an Jesus Christus ärgern, dass sie an ihm zweifeln, dass sie mit ihm nicht im Reinen sind. Das zeigt uns das Beispiel Johannes des Täufers. Er war in einer äußerst prekären Situation: im Gefängnis mit der Aussicht, diese Gefangenschaft nicht zu überleben. Dass man in einer solchen Situation ins Grübeln kommt, kann man, glaube ich, gut nachvollziehen.
Es gehört leider nunmal zu unserem Menschsein, dass wir nicht über alle Zweifel erhaben sind, sondern im Ernstfall versagen und auf beiden Seiten hinken.

Das Dritte, was sich auch noch sagen lässt und was unbedingt erwähnt werden muss, ist die Seligpreisung, die der Herr hier ausspricht: „Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“
Jesus Christus selbst setzt unserer Schwachheit, unserem Widerspruch, unserem Ärger, unseren Zweifeln etwas entgegen: Und das ist sein heiliges Wort. Durch die Predigt des Evangeliums zündet er in unseren Herzen den Glauben an und vertreibt den Zweifel. Durch sein heiliges Wort kommt er zu uns verborgen in, mit und unter Brot und Wein. Durch sein heiliges Wort spricht er uns frei, ledig und los von unseren Sünden. Dadurch beseitigt er den Ärger, den wir uns machen und den wir ihm machen. Durch sein heiliges Wort ruft er uns zum Glauben, der uns rettet und selig macht.

Amen.