Missionsfest 04.09.2016, von P. Gevers

Die Predigt zum Mithören nach Manuskript:

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Predigt üb. 1. Petrus 5,5-11
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.
9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
11 Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Mindestens einmal im Jahr plane ich eine Radtour, die über einige Tage andauert. Das Planen einer solchen Tour ist schon die halbe Wegstrecke...Denn eine falsch geplante Reise führt zu Enttäuschung und endlosen Irrwegen...Oder, man hat hoffnungslos zu viel eingepackt....oder, man hat etwas Wichtiges vergessen. All diese Fehler habe ich bereits bei der Planung einer Reise schon mal gemacht. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, solch eine Reise gut durchzuplanen. In unserem Predigttext des heutigen Tages geht es auch um eine Reise. Dabei geht es um die Reise der christlichen Kirche in eine feindselige Welt. Denn die Gemeinde, an die der Petrusbrief adressiert war, war auf einer solchen gefährlichen Reise. Die christliche Gemeinde, um die es ging, war eine ganz kleine Minderheit unter vielen Nichtchristen. Natürlich hatten sie ganz schwere Wegstrecke. Wer nicht gleich getötet wurde, hatte mindestens mit Verletzungen, Anfeindungen und völlige Isolation von der Gesellschaft zu kämpfen. Ja, wie gehe ich mit solchen Feindseligkeiten um? Schließlich muss ich ja auch in dieser Welt leben. Wie komme ich damit zurecht, dass mir meine Familie jeden Kontakt gekündigt hat, weil ich Christ geworden bin? Wie komme ich damit zurecht, dass meine Mitbewohner mich ständig beleidigen oder beschimpfen?.. In manchen Fällen sogar mich drohen? Wie komme ich damit zurecht, dass die eine Tür nach der anderen zugegangen ist, weil ich Christ geworden bin? Liebe Gemeinde. ...Wir sind noch nicht im Himmel, sondern auf den Weg dahin. Und auf diesem Weg ist es durchaus möglich, dass wir ganz schwierige Wegstrecken haben. Und genau um diese Wegstrecke geht es in unserem heutigen Predigttext. Da will uns der Petrusbrief erklären, was für diese unsere schwierigen Reise in alles notwendig ist und was wir ruhig zu Hause lassen können. Der Petrusbrief will uns lehren, damit wir unterscheiden können zwischen solchen unwichtigen- und wichtigen Sachen. Der Petrusbrief will vor allen Dingen, dass wir sicher ans Ziel kommen.
Zunächst mahnt uns der 1 Petrusbrief ja nicht die Schürze zu vergessen. Die Schürze ist natürlich sinnbildlich für das Dienen. Jesus selbst hat die Schürze angelegt und hat dann die Füße seiner Jünger gewaschen. Damit die Jünger und wir alle wissen sollen, dass wir Christen dienen sollen! Die Überheblichkeit sollen wir Christen ablegen und dafür die Schürze der Demut und des Dienstes anlegen. Diese Schürze des Dienstes ist ganz wichtig für uns Christen. Die dürfen wir ja nicht vergessen! Für diesen Dienst haben wir natürlich die vielen Schwestern und Brüder im Auge, die mit uns wandern. Aber nicht nur...Das besondere an der christlichen Kirche ist, dass sie sich nie zufrieden gibt mit dem Leid in der Welt. Die christliche Kirche lebt für die anderen und nicht für sich selbst. Natürlich fällt es uns und unseren natürlichen Menschen schwer zu dienen. Gerade, wenn wir von anderen angefeindet werden, fällt uns das schwer. Und in der Gemeinde bleiben wir auch noch Menschen und vergleichen uns ständig miteinander. Hat einer eine besondere Gabe oder Verantwortung bekommen, sollte derselbe wissen, dass diese Gabe keinen einzigen Grund ist, sich über andere zu erheben. Wir sind genauso fehlbar wie alle anderen. Da kann jemand vielleicht sehr gut musizieren. Er wird in der Gemeinde nicht gebraucht, wenn er allen anderen das Gefühl gibt, sie können nichts und sind eine musikalische Niete. Er wird gebraucht als einer, der motiviert, mitzieht und seine GAbe in den Dienst der Gemeinde stellt. Er wird als Schürze tragender Musiker gebraucht. Und sonst gar nicht.
Natürlich mahnt uns der Petrusbrief uns ja nicht mit allen möglichen unnötigen Dingen vollzuladen. Leider kann man immer wieder beobachten, dass Christen richtig gern sammeln. Sie verbringen unendlich viele Stunden damit, zu diskutieren, zu grübeln, zu streiten und zu sorgen. Warum eigentlich? Haben wir uns nicht den Rucksack so volle Sachen gepackt, die letztendlich nur beschweren und unseren Weg zur Qual machen?
ALLE EURE SORGEN WERFET AUF IHN, DENN ER SORGT FÜR EUCH
Mahnt uns der Petrusbrief.
Auf unserem Weg mit Jesus kann es uns ganz ähnlich, wie den Bergwanderer gehen, der auf halbe Strecke entdecken muss, dass er hoffnungslos mit Schnickschnack überladen ist und keinen Schritt weitergehen kann. Jesus sagte uns von Anfang an: "Lasst alles zurück, was ihr nicht wirklich braucht. Vor allem, lasst eure Sorgen zurück, ich kümmere mich darum. Wir sind nun eine Weile zusammen unterwegs. Nach unserer Taufe gab es viel zu reden zu diskutieren und zu planen. Wie geht der Weg als Christ weiter? Was brauche ich alles? Unser Herr Jesus nimmt die lange Liste der Fragen und Bedürfnisse und stellt die für erst beiseite. Viel wichtiger als deine ganzen Fragen und Probleme ist die Frage, was du alles nicht brauchst: Welche Steine liegen denn da alle sinnlos in deinem Koffer herum? „Du trägst deine alten Sünden und Probleme mit dir herum und packst sie immer zuerst aus, wenn wir beisammen sind,“... sagt uns Jesus...“Manche Sorgen kultivierst du richtig...du fütterst sie mit immer neuen Indizien und stärkst damit niemanden als nur deine eigene Unsicherheit.“ Diese Dinge hindern dein Gespräch mit Jesus und auf der Wegstrecke bleibst du natürlich immer zurück und musst oft völlig ausgepowert am Rande der Straße aufgelesen werden. Wenn das alles zutrifft, dann solltest du ganz energisch zupacken und alle unnötigen Dinge mit beiden Händen greifen und ganz weit von dir werfen...Petrus mahnt..werfet! nicht halbherzig beiseite legen, wo du die Dinge später wiederfinden kannst. Und bitte...hole diese Dinge nie wieder aus dem Gestrüpp hervor. Die Versuchung ist groß, nicht auf Jesus zu hören und einfach so
weiterzumachen, wie bisher. Ganz praktisch gesprochen. Das Sorgen werfen sieht so aus: Wir benennen diese Sorgen unseren Herrn Jesus und geben sie Ihm mit vollem Vertrauen ab! Dann wissen wir wirklich, dass sie in guten Händen sind. Eines weiß ich ganz genau: Jesus macht nie halbe Sachen! Wenn es mir dennoch schwer fällt, darf ich ruhig den Pfarrer mit ins Boot holen. Er darf dann die Worte unseres Herrn Jesus über mir und über meinem Leben sprechen: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ Und dann darf ich wieder ganz neu anfangen!
Und Jesus gibt uns noch ein drittes für die Wegstrecke. „Habt Acht auf die Gefahren!“ Manchmal gibt es durchaus schwierige Wegstrecke. Und es liegt auf der Hand, dass der Satan uns immer wieder die Vergebung wegrauben will, die wir von Jesus empfangen haben. Der Petrusbrief mahnt uns: „Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht umher, wie ein brüllender Löwe und wartet nur darauf euch zu verschlingen.“ Petrus lässt den Löwen ein Bild für die Bedrohung der Christen sein. Der Satan schleicht um die jungen Gemeinden und reißt Einzelne heraus, um sie zu verschlingen. Wir spüren, wie sehr die Gemeinden damals von außen angefeindet und bedroht wurden. In den Städten wurden sie verfolgt, in den Familien taten sich Abgründe auf, wenn einzelne Familienmitglieder Christen wurden. Kein Wunder, dass manche diesen Druck nicht aushielten und sich wieder von Christus abwandten. Die Attacken des Satans sind immer noch genauso real und genauso gefährlich. Manchmal gebraucht der Satan abgrundtiefe Grausamkeit und Verfolgung, damit die Christen ja ablassen und Christus nicht mehr nachfolgen. Manchmal berieselt der Satan uns aber mit einem kunterbunten Angebot. Fast jede Gemeinde kann ein Lied davon singen, wie schwer es ist, Christen unter Gottes Wort und Gebet zusammenzubekommen. Wir sind alle viel zu sehr auf Achse und merken gar nicht, wie schnell der Satan auch unser Herz fest im Griff hat und alles um uns und in uns kalt werden lässt. Dabei füttert der Satan uns unaufhörlich mit allen möglichen Informationen. Wir beklagen uns über die Zivilisationskrankheit Übergewicht. Die andere ist, dass wir geistlich übergewichtig sind und daran leiden. Wir leiden an einen Konsum von so sehr vielen Sachen...konsumieren viel und glauben an nichts . Und wenn wir geistliche Nahrung bekommen, setzen wir die nicht um..Wir bleiben einfach auf der Wegstrecke liegen. Und bewegen uns nicht mehr vom Flecken. Vollgefüttert mit allen möglichen Dingen, wissen wir nichts mehr von dem, der alles ändern kann...unseren Bergführer Jesus!
Wenn ich das so sehe, weiß ich, dass wir diesen Jesus dringend brauchen, der uns an der Hand nimmt und uns wieder von vorn unterrichtet, wie es weitergehen soll. Nur wird Jesus keine Einzelführung machen. Er macht das nur in Gemeinschaft mit anderen Christen. Jesus will, dass wir uns in diese Wandergruppe, die Kirche heißt, einordnen. Und so wird Er uns den Weg zeigen. Und nicht nur den Weg. Jesus will uns vor allem anderen auch das Ziel zeigen. Bei fast allen Wanderungen, die ich bisher erlebt habe, konnte ich immer wieder dieses Phänomenon beobachten: Egal, wie müde die Gruppe ist, egal, welche Misserfolge man am Tage hatte, egal, wie schlecht auch das Wetter sein mag... Wenn die erleuchtete Berghütte vor uns steht und ich von der Wärme und vom Heimatgefühl weiß, bekomme ich neue Kraft und ich kann die letzten Schritte bis zum Ziel schaffen. Jesus zeigt uns genau das Ziel vor:
Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. 11 Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Bei den Christen ist der Weg nicht das Ziel. Das Ziel wird sein, dass Gott alles in allem sein wird und wir endlich unseren müden Häupte in seine Hände legen werden. Gott wird dann alle Tränen von unseren Augen wischen und wir werden wieder lachen können. Dieses Ziel haben wir jetzt schon vor uns und das gibt uns Kraft und Orientierung für die letzten Schritte.
Herr Jesus hilf! Bewahre uns vor Gefahren und lass uns ans Ziel kommen! Amen.