Judika 22.3.2015, von A. Grünhagen
Familiengottesdienst

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(Der komplette Gottesdienst zum Hören: )

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Predigt: Gedanken zur biblischen Geschichte

Salbung in Bethanien
Schattenspiel.

Kinderpredigt
1. Wen hat Jesus besucht? Lazarus, Martha, Maria, Freunde aber keine Jünger, sind mit durchs Land gezogen, wohnen in Bethanien, das liegt nahe bei Jerusalem.
2. Wann hat die Geschichte denn stattgefunden? Kurz vor dem Einzug in Jerusalem, unmittelbar vor dem Passafest, nur ein paar Tage bevor Jesus am Kreuz stirbt.
3. Was hat Maria gemacht? Ganz teures Salböl Jesus über die Füße gegossen.
4. Warum hat sie das gemacht? Weil sie Jesus lieb hatte. Um sich zu verabschieden. als Zeichen, dass Jesus bald sterben wird. Sie macht mit ihm, was man sonst nur mit Toten macht.
5. Warum ärgert sich Judas? Das Salböl war sehr teuer. Davon hätte eine arme Familie ein ganzes Jahr leben können. Judas versteht Marias Handeln nicht. Er versteht nicht, dass Jesus bald sterben wird. Er glaubt nicht, dass für Jesus nichts zu kostbar ist.Wenn das Öl verkauft worden wäre, hätte Judas das Geld in seine Kasse bekommen, denn er war dafür zuständig. Dann hätte er einen Teil für sich behalten können, ohne es den anderen zu sagen.
6. Was ist denn nach dieser Geschichte dann tatsächlich passiert? Jesus wurde verraten und gekreuzigt. Er wurde ins Grab gelegt. Aber als starb, war keine Zeit mehr, ihn mit Salbölen einzureiben, wie man das damals mit Toten machte. Maria hatte das sozusagen schon im Voraus getan. Als dann die Frauen am Ostermorgen zum Grab gingen, um das Einbalsamieren nachzuholen, war Jesus schon auferstanden.


Gedankenimpuls für die Erwachsenen Maria von Bethanien

Liebe Schwestern und Brüder,
Liebe will schenken. Zwei kleine Erinnerungen fallen mir dazu ein:. Ich bin vier Jahre alt und es ist Heiligabend. Ich sitze mit meiner Mutter in der Kirche und bin nicht nur aufgeregt, weil ich Geschenke kriegen soll, sondern weil ich ihr etwas schenken will. Das schönste Teil aus meiner Puppenkiste habe ich herausgesucht, ein weißer kleiner Spiegel mit Blumen drauf. „Ich schenk dir was ganz Schönes, soll ich mal sagen?“ flüstere ich. „Nein, das soll doch eine Überraschung sein.“ Aber ich will es sagen.“ Bevor ich also vor Spannung platze, verrate ich es ihr also.. Ich bewundere meine Mutter heute noch für die Diplomatie, mit der sie mir dieses aufopferungsvolle Geschenk ausgeredet hat. Wahrscheinlich brauchte sie keinen Puppenspiegel und es hätte mir andernfalls auch furchtbar leidgetan, aber sie hat den Willen für die Tat genommen und alles war gut. Liebe will schenken. Die zweite Erinnerung führt mich wieder in die Weihnachtszeit. Nun bin ich sechzehn und stehe mit meinen Freunden in der Garderobe unserer Tanzschule, Umziehen zum Training. Eine Schulkameradin kommt herein. Sie trägt einen offensichtlich selbstgebastelten Riesenadventskalender vor sich her und überreicht ihn ihrem Freund. Der freut sich. Ich schaue meinen Tanzpartner verlegen an. Auf die Idee hätte ich auch kommen können. Aber vielleicht reichte ja die Liebe nicht, um mir eine solche Mühe zu machen. Liebe will schenken. Das ist auch ein Schlüsselsatz, um diese biblische Geschichte, die wir eben als Schattenspiel gesehen haben, zu verstehen. Was Maria von Bethanien da tut, bleibt uns so unverständlich wie den Jüngern, wenn wir ihre Liebe nicht einrechnen. Menschlich gesehen ist es wohl ihre Weise, Abschied von Jesus zu nehmen, ihm zum letzten Mal etwas Gutes zu tun. Das ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Aber wie das bei Geschichten aus der Bibel oft ist, gibt es noch eine zweite Ebene, die dahinter liegt. Was sie tut, als sie Jesus salbt, ist ein prophetisches Zeichen. Ein Hinweis auf seinen Tod. Sie nimmt vorweg, was nach seinem Tod nicht geschehen kann und dann auch nicht mehr geschehen muss. Und wie das mit prophetischen Zeichen so ist, kann die eigentliche Bedeutung auch dem Propheten oder der Prophetin selbst unbewußt bleiben. Vielleicht hat ihre Liebe Maria von Bethanien aber auch auf eine geistliche Weise hellsichtig gemacht. Es scheint ihre besondere Gabe gewesen zu sein, im richtigen Augenblick das richtige zu tun. Das hatte sich schon gezeigt, als sie zu Jesu Füßen sitzen blieb und Jesus zuhörte, während Martha Unruhe verbreitete und mit dem Essen beschäftigt war. Da hatte Jesus Maria schon einmal in Schutz genommen. Und nun wieder. Maria räumt Jesus die höchste Priorität ein, den ersten Platz. Er ist wichtig, ihm muss man zuhören, für ihn ist nichts zu kostbar. In der Stunde, als der Weg Jesu sich zum Kreuz hin neigt, tut Maria das richtig. Sie werden Jesus nicht mehr lange bei sich haben, er sagt es ja so. Die Passionsgeschichte beginnt eigentlich nicht mit dem Einzug Jesu in Jerusalem, sie beginnt hier in Bethanien mit diesem Zeichen. Die Jünger, speziell Judas erkennen den Ernst der Stunde nicht, sie bleiben im Vordergründigen hängen und denken, es geht immer alles so weiter. Das kennen wir in der Kirche ja bis heute: kaum geht es ums Geld, geht das Gerangel darum los und jeder hat auch noch eine gute Idee, was man sinnvollerweise damit tun sollte. Die Reihenfolge der Dinge klärt sich da, wo Jesus die oberste Priorität hat. Was er will, ist dran, ist richtig. Man kann sich fragen, ob Maria hier zu weit geht. Musste sie das Öl über die Füße Jesu gießen und sie dann auch noch mit ihren Haaren abtrocknen? Musste sie so etwas Teures dafür verschwenden? Jesus lässt sich hier nichts gefallen, was er nicht selbst bereit ist zu tun. Ein paar Tage später wird er seinen Jünger die Füße waschen. Er wird das allerkostbarste Opfern, sein Leben. Er will uns damit die Ewigkeit schenken. Liebe will schenken. Das geht Jesus genauso. Amen