Pfingstsonntag 8.6.2014, von P. Heyn

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(Der komplette Gottesdienst zum Hören: )

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Predigt über Römer 8,1-2.10-11
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Liebe Rebecca, lieber Joshua, liebe Elisa, liebe Gemeinde,
neulich, bei den Allgemeinen Kirchenmusiktagen, die hier bei uns in Hannover waren, erzählte ich jemand, dass wir zu Pfingsten Konfirmation feiern. Darauf kam die erstaunte Antwort: „Warum denn so spät?“ Gemeint war: so spät im Jahr. Ich hab dann irgendwas gestottert von wegen, dass sich das so ergeben hat, wegen der Paten und so. Dabei hätte mir etwas viel Besseres als Antwort einfallen können: erstens ist es für die Konfirmation nie zu spät, und zweitens was ist besser, als zu Pfingsten konfirmiert zu werden, am Fest des Heiligen Geistes? Wir haben es eben gehört, als euch zugesprochen wurde: „Nimm hin den Heiligen Geist, …“ Da ist das ganz konkret geworden. Die Geschichte vom Pfingstwunder ist für uns wahrscheinlich immer gaaanz weit weg und sowieso irgendwie unwirklich. Aber hier und heute bei eurer Konfirmation da hat sich ein Stück von dem ersten Pfingstwunder fortgesetzt. Ihr seid in besonderer Weise mit dem Heiligen Geist begabt worden. Das, was wir in unseren Pfingstliedern erbitten, ist eingetreten. Es bleibt kein nebulöses und eigentlich nicht zu fassendes Gerede über den Geist. Nein, ihr seid mit dem Geist Gottes ausgestattet worden. Ihr seid in eurem Glauben befestigt worden. Ihr habt euch selbst zu Gott bekannt, so wie es stellvertretend für euch eure Eltern und Paten bei eurer heiligen Taufe getan haben. Ihr werdet jetzt gleich mit uns allen zusammen das heilige Abendmahl empfangen. Der dreieinige Gott hat euch durch euer bisheriges Leben geleitet. Er hat euch fröhlich und gesund aufwachsen lassen. Er hat euch im Glauben wachsen lassen. Beständig seit eurer Taufe ist der Glaube in euch vermehrt worden. Für euch ist es ein ganz wichtiger Schritt hin zum Erwachsenwerden. Für eure Eltern, Großeltern und Paten ist es ein wichtiges Ereignis in ihrer Verantwortung für eure Erziehung. Der Heilige Geist, mit dem ihr ausgestattet worden seid, ist in euch wirksam. Er macht, dass ihr im Glauben an Gott bleibt. Er gibt euch den Mut, euch zu Gott zu bekennen. Er legt euch die richtigen Worte in den Mund, wenn ihr nicht wisst, was ihr sagen sollt. Er gibt euch die Kraft, schwierige oder schlimme Wegstrecken im Leben durchzustehen. Der Heilige Geist in euch ist – erlaubt mir den Vergleich – wie eine Magensonde. Der von sich aus nicht mehr lebensfähige Körper, der keine Nahrung mehr aufnehmen kann, wird mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen über die Magensonde versorgt. Was die moderne Medizin kann, das kann Gott erst recht. Der Apostel Paulus hat es in der ihm eigenen Weise an die Römer geschrieben. Ich habe es vorhin vorgelesen. Paulus beschreibt, wie die Magensonde „Heiliger Geist“ in euch wirkt: „Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ Ihr seid jetzt mit dem Geist ausgestattet, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat. Dieser Geist wohnt in euch! Und das heißt, auch wenn ihr am Ende eines langen – oder auch kurzen – Lebens sterben werdet, ihr werdet wieder zum Leben auferweckt, zum ewigen Leben bei Gott. Wie das genau geht, technisch, physikalisch, chemisch – das würden wir gern wissen. Aber das bleibt Gottes Geheimnis. Ihr unterliegt jetzt nicht mehr der Gesetzmäßigkeit, dass man am Ende für alle seine Sünden unweigerlich mit dem Tod, und zwar mit dem ewigen Tod bestraft wird. Das ist vorbei, dadurch, dass ihr zu Christus gehört, dadurch, dass er seinen Heiligen Geist in euch eingesetzt hat. Ihr werdet zwar euer Leben hier auf der Erde so beenden wie alle, nämlich durch den Tod unseres sterblichen Leibes. Aber für alle, die zu Christus gehören, ist der Tod der Übergang ins ewige Leben. Und zu denen gehört ihr jetzt auch. Schon seit eurer heiligen Taufe, aber heute hat euch Gott das noch einmal ganz persönlich und direkt zugesprochen. Damit ihr das nicht vergesst! Denn Gott weiß, dass wir unter einer unglaublichen Vergesslichkeit leiden. Aber dieser Krankheit wirkt er entgegen mit der Arznei des Lebens – dem heiligen Abendmahl. Dazu seid ihr von heute an eingeladen. Da sollt ihr euch immer wieder Nachschub für eure Magensonde holen. Da bekommt ihr neue Glaubensmunition. Da bekommt ihr Gewissheit, wenn ihr mal in Zweifel geratet. Ihr, liebe Konfirmanden, und ihr, liebe Gemeinde: herzlich willkommen am Tisch des Herrn! Liebe Gemeinde, zu Pfingsten feiern wir Konfirmation. „Was denn, so spät?“ Für die Konfirmation ist es nie zu spät. Gott sendet seinen Heiligen Geist immer genau zur richtigen Zeit. Wie gut, dass wir uns darauf verlassen können. Amen.